Einrichten von Unix Workstations mit AFS für ADSM/TSM Backups
Angenommen, Sie haben ein Unix Workstation mit dem Netz-Namen musterws.mpabc.mpg.de, die ständig an das zentrale AFS-Dateisystem (Andrew File System) des RZGs angeschlossen ist. Und Sie wollen Daten dieses Rechners regelmäßig via Backup über den ADSM Server des RZGs sichern.
Neben der Option, die gesamte ADSM Client Software "konservativ" lokal auf der Workstation zu installieren - beschrieben in Einrichten von Unix Workstations für ADSM Backups - bietet das RZG die Möglichkeit, die im AFS bereits vorinstallierte ADSM Client Software zu nutzen. Die AFS-gestützte Installation wird von Rechenzentrum empfohlen und hat neben geringem Bedarf an Zeit und lokalem Speicherplatz den Vorteil, daß auch weiterhin fast alle Arbeiten zur speziellen Backupkonfiguration der einzelnen Workstation zentral über Konfigurationsdateien im AFS erledigt werden können. Je mehr Rechner Sie zu verwalten haben, desto mehr werden Sie diese zentrale Konfiguration zu schätzen wissen.
Installation eines AFS-gestützten ADSM Clients
Zur Zeit finden Sie im AFS vorinstallierte ADSM Client Software für die folgenden Unix Systeme:
IBM AIX 4.1, 4.2 und 4.3
SGI IRIX 6.5
HP UX 10.2
SUN Solaris 2.5.1, 5.6, 5.7 und 5.8 (32- und 64-Bit_Kernelmode)
Linux 2.xx für Intel-kompatibele PCs
Den aktuelle Stand sehen Sie bei Benutzung der unten beschriebenen Installationsscripts. Sollte Ihr Unix System nicht unterstützt werden, wenden Sie sich bitte an die ADSM System Administratoren am RZG. Wenn die federführende Firma Tivoli einen Client für Ihr System zur Verfügung stellt, werden wir versuchen, diesen in unsere AFS-Installation zu integrieren.
- Sie haben sich von ADSM System Administratoren am RZG Ihr Domain Administrator Id und Password geben lassen und sind vertraut mit dem Aufbau einer ADSM Domain, zum Beispiel Ihre Domain MPABC. Zudem ist Ihre ADSM Domain bereits in Absprache mit den System Administratoren nach Ihren Bedürfnissen vorbereitet.
- Das Installationstool instclient
Loggen Sie sich bitte unter Ihrem Userid auf einen Rechner mit ADSM Client und selbstverständlich mit AFS ein. Sollten Sie selbst noch keinen Rechner eingerichtet haben, nehmen Sie den RZG Rechner sp.rzg.mpg.de.
Rufen Sie das Installationskommando instclient.adsm auf und beantworten Sie auf der Commandline nach bestem Wissen und Gewissen die Fragen, die Ihnen gestellt werden. Detailierte Information über das Script und seine diversen Argumente erhalten Sie mit der Option -h. Es läßt aber auch einfach ohne jedes Argument aufrufen. Sollten Sie das Kommando nicht in Ihrem Pfad finden, rufen Sie bitte direkt das zugehörige Script mit folgendem Pfad auf:
/afs/rzg/common/soft/adsm/clients/bin/instclient
Dieses Installationscript hat im wesentlichen zwei Aufgaben:
- Es registriert die einzurichtende Workstation als neuen Client, bzw. in ADSM-speak: als neuen Node auf dem Server. Was das Script dabei zu machen hat, kann man in "Einrichten von Unix Workstations ohne AFS" nachlesen.
Bitte beachten:
Wählen Sie als NODENAME - der Name, unter dem der TSM Server den jetzt zu registrierenden Rechner führen wird - bitte immer den kompletten DNS-Namen ein, also musterws.mpabc.mpg.de und nicht nur musterws. In der Regel erhalten Sie mit dem Unix-Kommando 'nslookup {hostname}' Auskunft über seinen vollen DNS-Namen.Dem neuen Node wird auf dem ADSM Server ein Node Password zugeordnet, mit dem sich dieser nun in Zukunft bei jeder Kontaktaufnahme mit dem Server ausweisen muß. Das Script wird Ihnen dieses Node Password vorgeben oder erfragen. Merken Sie sich bitte dieses Paßwort. Sie werden es anschließend bei der lokalen Installation des Backup Scheduler Daemon benötigen.
- Im zentralen AfS-Filssystem wird eine Node-spezifische Konfigurations-Directory angelegt:
/afs/rzg/common/soft/adsm/clients/config/{domain_name}/{node_name}Abgesehen von etlichen Links enthält dieses Directory nebst dsm.opt die Konfigurationsdatei dsm.sys. Über diese ascii-Datei wird der Node mit Hilfe von diversen Optionen und ihren Parametern dem Server angepaßt und fuer das automatische Backup konfiguriert. Die Auswahl von Filesystemen, Directories und Files für das automatische Backup beschränkt sich in der Vorkonfiguration des RZGs auf einige wenige System-spezifische Bereiche wie /etc, /var/mail etc.. Wir gehen davon aus, daß das System im Falle eines gravierenden Datenverlust im System neuinstalliert wird. Alle anderen lokalen Filesysteme werden auf Fileebene gänzlich vom Backup ausgenommen. Nicht-lokale Filesysteme nimmt ADSM selbst per default vom Backup aus. Es bleibt Ihnen überlassen, die individuelle Anpassung des Backups an die Erfordernisse Ihrer Abteilung oder an die Besonderheiten des Rechners vorzunehmen. Lesen Sie bitte mehr dazu im Kapitel "Setting Common Options" des ADSM Unix Client Handbuchs. Beschränken Sie sich bei Änderungen allerdings bitte auf Optionen, die die Auswahl von Files und Filesystemen der Workstation für das automatische Backup beeinflussen, wie zum Beispiel DOMAIN, EXCLUDE und INCLUDE. Andernfalls kann später die Funktion des automatischen Backups oder gar des ganzen Nodes in Frage gestellt sein.
- Es registriert die einzurichtende Workstation als neuen Client, bzw. in ADSM-speak: als neuen Node auf dem Server. Was das Script dabei zu machen hat, kann man in "Einrichten von Unix Workstations ohne AFS" nachlesen.
- Das Installationtool instsched
Loggen Sie sich nun bitte lokal ein als root-user auf der Workstation mit frisch installiertem ADSM Client und führen Sie das Kommando instsched.adsm zur Installation des Daemons aus, der hier als ständig laufender Hintergrundsprozeß die Verbindung mit dem ADSM Server hält und in Abstimmung mit ihm das regelmäßige Backup anstößt. Sollten Sie das Kommando nicht in Ihrem Pfad finden, rufen Sie bitte direkt das zugehörige Script mit folgendem Pfad auf:
/afs/rzg/common/soft/adsm/clients/bin/instsched
Dieses Installationscript erledigt folgende Aufgaben:
- Es stellt zum ersten Mal eine Verbindung zwischen dem neuen ADSM Node und dem Server her. Dazu werden Sie jetzt wieder nach dem Node Password gefragt. Da in der Konfigurationdatei dsm.sys die Option PASSWORDACCESS GENERATE, definiert ist, wird bei erfolgreicher Verbindung dieses Paßwort verschlüsselt und nur vom root-user lesbar ins lokale /etc-Filesystem geschrieben. Von nun an wird bei allen weiteren Kontaktaufnahmen zwischen Node und Server nicht mehr danach gefragt werden.
- Es überprüft, ob Ihr Node mit einem geeigneten Backup "Fahrplan" bzw. Backup Schedule auf dem Server assoziiert ist. Sie können jetzt bei Bedarf einen anderen auswählen - falls vorhanden. Gegebenenfalls sollten Sie als ADSM Domain Administrator zuvor - wie in Aufbau einer ADSM Domain beschrieben - einen geeigneten Schedule definieren.
- Es installiert ein Start/Stop-Script für den Scheduler Daemon und sorgt dafür - je nach Art Ihres Unix Systems - , daß beim zukünftigen Booten der Workstation der Daemon über dieses Script gestartet wird. Sollte diese Startup Installation auf Grund lokaler Besonderheiten der Workstation nicht erfolgreich sein, dann installieren Sie bitte nach einem Blick in Einrichten von Unix Workstations ohne AFS die dort beschriebenen Links oder dergleichen von Hand.
- Es startet auf Wunsch jetzt den Scheduler Daemon.
Bitte beachten:
Der Scheduler Dämon liest nur bei seinem Start die Konfigurationsdateien dsm.sys (und dsm.opt) im AFS. Änderungen dieser Dateien werden erst nach einem Neustart des Schedulers berücksichtigt. Stoppen und starten können Sie den Daemon von Hand bequem mit Hilfe des Start/Stop-Scripts. Name und Ort des Scripts variieren je nach Unix System. Das Installationscript wird Ihnen diese verraten.
- Es stellt zum ersten Mal eine Verbindung zwischen dem neuen ADSM Node und dem Server her. Dazu werden Sie jetzt wieder nach dem Node Password gefragt. Da in der Konfigurationdatei dsm.sys die Option PASSWORDACCESS GENERATE, definiert ist, wird bei erfolgreicher Verbindung dieses Paßwort verschlüsselt und nur vom root-user lesbar ins lokale /etc-Filesystem geschrieben. Von nun an wird bei allen weiteren Kontaktaufnahmen zwischen Node und Server nicht mehr danach gefragt werden.
Die Installation des ADSM Backup/Archive Clients ist damit abgeschloßen. Bitte überprüfen Sie während der Konfigurationphase, welche Backup-Daten Sie auf dem Server wirklich vorfinden. Nur das bestimmt über Erfolg oder Mißerfolg der Backup-Konfiguration.
Wir wünschen Ihnen nach etwaigen Frustrationen der Anfangsphase viel Spaß und Zeit bei anderen Beschäftigungen. Das beste Backup ist das, das ohne Eingriffe erfolgreich von allein läuft. Um jedoch sichergehen zu können, daß es erfolgreich ist, sollten Sie sich in regelmäßigen Abständen selbst davon überzeugen.
Tools für Änderungen an bereits installierten ADSM Nodes
Mit der Installation von eines ADSM Clients als ADSM node auf einer Workstation und mit seiner angemessenen Konfigurierung ist es in der Praxis kaum getan. Hier werden noch einige Tools vorgestellt, die Ihnen bereits begegnet sind, sollten Sie auf der Suche nach mehr Information bereits instclient{.adsm} -h oder instsched{.adsm} -h aufgerufen haben.
- copyclient.adsm oder /afs/rzg/common/soft/adsm/clients/bin/copyclient
Wie nicht schwer zu erraten, erzeugt dieses Script eine Kopie der Installation und Konfiguration eines ADSM Nodes für eine weitere Workstation. Es hilft Ihnen, den Ihren Zeitaufwand für Installation und Konfiguration weiter zu verringern.
Wollen Sie mehrere Workstation fürs Backup via ADSM einrichten und soll zudem deren Backup-Konfiguration sich gleichen oder zumindest ähneln, dann empfiehlt es sich, auf der ersten Workstation wie zuvor beschrieben mit den Tools instclient{.adsm} und instsched{.adsm} einen ADSM Node zu installieren und via dsm.sys und dsm.sys dessen automatisches Backup fertig zu konfigurieren und in der Praxis zu erproben. Läuft dies zu Ihrer Zufriedenheit, dann duplizieren Sie nun diese Installation mit Hilfe von copyclient{.adsm} jeweils Workstation für Workstation. Wenn überhaupt werden Sie jetzt nur noch wenige Änderungen an den Konfigurationen anbringen müssen.
Da es sich im Neuinstallationen handelt, bleibt Ihnen nur noch, lokal auf diesen Maschinen die Scheduler Dämonen mit instsched{.adsm} einzurichten und zu starten. Aber bitte dennoch nicht vergessen, das automatische Backup regelmäßig zu überprüfen.
- renameclient.adsm oder /afs/rzg/common/soft/adsm/clients/bin/renameclient
Es sind einige Situationen vorstellbar, in denen es sinnvoll oder gar notwendig ist, den Namen eines ADSM Nodes zu ändern. Dieses Script erledigt das für Sie. Es ändert sowohl den Nodename Ihrer Workstation auf dem ADSM Server - wobei alle unter dem alten Namen ge"backup"te und archivierte Daten nun dem neuen Node gehören -, es bennent auch alle Node-speziefischen Konfigurationen im AFS um. Ändert sich zum Beispiel der Name oder die (Network-) Domain eines Ihrer Rechner und Sie wollen den ADSM Nodename entsprechend angleichen, dann ist renameclient{.adsm} das Werkzeug Ihrer Wahl.
- deinstclient.adsm oder /afs/rzg/common/soft/adsm/clients/bin/deinstclient
Auch dieses Tool tut das, was sein Name andeutet: es de-installiert ADSM Clients bzw. Nodes auf dem ADSM Server als auch im AFS. Auf dem Server löscht es den Node allerdings mit Absicht erst dann, wenn Sie zuvor dort alle dem Node gehörenden Backup- und Archivdaten expliziet gelöscht haben.
Die lokale Installation des Scheduler Dämons auf der Workstation entfernt es hingegen nicht. Ein solches Script sollte deinstsched heißen und ist noch nicht geschrieben. Ob es sich je lohnen wird, ist die Frage, denn ein Scheduler Daemon, der für einen nicht-existierden ADSM Node gestartet wird, bricht sofort ab.
Schließlich bleibt noch ein Hinweis für Einsteiger in das ADSM Backup Geschäschft am RZG auf:
Das ADSM Client User Interface des RZGs für Unix Systeme mit AFS
Wann immer der stets mit Arbeit verbundene Versuch gemacht wird, die Installation einer Software an die Erfordernisse eines Rechenzentrums anzupassen und dabei sowohl den Ort der Software vom lokalen Filesystem einer einzelnen Workstation auf ein zentrales Filesystem verlegt, als auch ihr beibringen will, wie bislang getrennte Aufgaben nunmehr mit einem einzigen Werkzeug zu erfuellen sind, wird ein "Interface" gestrickt, das all diese Aufgaben klaglos übernimmt und vom Benutzer "intuitiv" zu bedienen ist.
Rufen Sie auf Unix System, die über das zentrale AFS-Filesystem des RZGs verf&uum;gen, die Standard ADSM Client Kommandos auf - wie da sind: dsm, dsmc, dsmafs und dsmcafs -, dann durchlaufen diese Kommandos zuerst eine spezielles (Script-) Interface bevor sie an die eigentliche Clientsoftware weitergereicht werden. Hier werden ihnen mittels globaler ADSM Variablen die Informationen mitgegeben, die danach von der ADSM Client Software ausgewertet wird.
Zusätzlich haben wir unserem ADSM Client User Interface noch einige Kommandos beigebracht, die all das beherrschen, was die originären Kommandos können, und darüber hinaus noch einiges mehr. Zum Beispiel:
- Wiederherstellen von verlorenen Teilen der HOME-Directory eines Benutzers im AFS. Und zwar auch dann, wenn er nicht gerade unter AIX arbeitet, das leider unter allen Unixen das einzige System ist, das den Umgang mit AFS-Dateien im ADSM beherrscht.
- Überprüfen der vom Interface mitgegebenen globalen Variablen.
- Anwort auf die Fragen "Wann war das letzte Backup meiner Workstation ?", "Wann wurde mein AFS Home-Directory zuletzt gesichert ?" oder "Was steht im Logfile des letzen Backups ?"
adsm und adsmc heißen diese Tausendsassa. Sie haben eine erweiterte Syntax, können aber auch mit der Standard Syntax Ihrer Vorbilder betrieben werden. Und wenn es stimmt, daß "intuitive Bedienung" bedeutet, der Benutzer muß keine Man-Page vor erfolgreicher Bedienung des Kommandos lesen, dann gingen wir soweit, erst garkeine Man-Page zu schreiben. Es sei Ihnen statt dessen wärmstens empfohlen,
adsm help oder adsm help | more
aufzurufen und in dem dann erscheinenden Text die erweiterte Syntax und Funktionsweise etwas genauer zu studieren. Und um nach aller Erfahrung erste Misserfolge beim Aufruf dieser Kommandos gleich im Keim zu ersticken: rufen Sie diese Kommandos für den lokalen Node der Workstation - auf der Sie sich als root-user eingeloggt haben - immer mit
adsm{c} local
Verzichten Sie auf die Option "local", so meint das Client Command per default, Sie wollten mit der Backup/Archive-Umgebung Ihrer persönlichen Home-Directory im AFS arbeiten. Und dies ist in der Tat bei der großen Mehrheit der Benutzer am RZG der Fall.
